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Endbericht Verena Girndt

10. und letzter Bericht von Verena

Wo soll ich anfangen? Da, dass ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge dieses
wunderbare Kinderheim mit den noch wunderbareren Menschen morgen in aller Früh verlassen muss?
Am Freitag holten wir Janine, eine Schweizerin ab, die von Freitag bis Montag zu uns ins Heim kommt und uns helfen wird. Jetzt sind wir ein interessanter Trupp: Österreich, Schweiz, Deutschland.
Die letzten Tage vergingen natürlich wie im Flug. Gestern waren wir – die 3 Volontäre und Helmut – mit 14 Kindern im Meer an einem sagenhaft weißen Sandstrand. Wie immer haben wir getobt und Ball gespielt im Wasser. An diesem Teil des Strandes gab es sogar Wellen, die besonders den Kleinen Freude machten. Freitagabend gab es zum Einläuten des Wochenendes einen Film: die Kinder haben sich „Mr.Bean“ gewünscht, weil sie über ihn so schön lachen können. Der Sonntagvormittag wurde, wie jeden Sonntag, in der Kirche verbracht. Nachmittags kam eine Pfadfindergrupppe mit ganz viel Obst. Abwechslungsweise haben diese Kinder und dann unsere Kinder gesungen und getanzt. Es war eine wahre Freude.
Ich kann mich nicht satt hören oder sehen. Zum Abendessen gab es Tomatensalat, Pilau-Reis und Hühnerfleischwürstchen, sowie selbst hergestellter Saft und Schokolade zum Abschluss.
Für mich war es meine „Henkersmahlzeit“, die ich als großes Dankeschön ausgegeben habe.
Und dann kam es zum Abschiednehmen. Irene und Winnie stimmten die Good-bye-Lieder an, die die Kinder mit Fröhlichkeit sangen – nur 2 Kinder sangen nicht mit, sondern weinten herzzerreißend – Esther und Eddy. Einen rechts, den anderen links im Arm, versuchte ich trotzdem, den Gesang und Tanz der Kinder zu genießen. Ich hätte nie gedacht, dass sich die beiden den Abschied so zu Herzen nehmen würden. Das Problem liegt wahrscheinlich darin, dass sie bereits schon zu viele Verluste erlitten haben und ständig in der Angst leben, wieder etwas oder jemanden zu verlieren. Und genau aus diesem Grund ist es enorm wichtig, dass diese „Großfamilie“ erhalten bleibt und zwar unter allen Umständen!
Nach dem Gesang sagte mir jedes große und kleine Kind einzeln bye-bye – das lockerte die Stimmung dann wieder etwas auf. Und als ich dann noch ein Abschiedsgeschenk bekam, war ich total gerührt…….Ich weiß, dass ich wieder kommen werde!
Kenya lohnt sich sogar für einen Kurzurlaub, da es kaum Zeitverschiebung gibt, und der Flug ist auch nicht so lang. Die Kinder freuen sich!

In diesem Sinne- immer noch heiße Grüße aus Kilifi von Verena.

 

 

Endbericht Brigitte Frank

Für Zwischenberichte hatte ich keine Zeit und Kraft, weil ich beides den Kindern zukommen ließ. Ich habe mich bemüht mit ihnen nicht nur Spiel, Spaß und Sport zu machen, sondern sie auch immer wieder an Regeln wie Ordnung, Sauberkeit und Durchhaltevermögen zu gewöhnen.
Anstandsregeln beherrschen die Kinder hervorragend. So werden z.B. nach dem Schulbesuch die Mamas und Staff mit Handschlag begrüßt. Ein Dankeschön nach dem Essen und nach allem was sie bekommen, gehört zu den Selbstverständlichkeiten. Das ist beeindruckend und viele Kinder in Deutschland könnten sich ein Beispiel daran nehmen.
Ebenso auffallend gut sind die Disziplin und die Hilfsbereitschaft untereinander. Ich hatte das Glück, einige Examensauswertungen mitzuerleben. Winni besuchte einen Elternnachmittag und am Abend fanden wertvolle und erzieherische Gespräche mit den Kindern statt, die die Aufgaben der Schule nicht so ernst nehmen. Ich glaube nicht, dass es bei Nichtwaisen eine gründlichere Auswertung der Leistung nach deren Ursachen gibt. Irene hat das spitzenmäßig gemacht. Es war keine routinemäßige Moralpredigt.
Wie in Deutschland auch haben die Kinder ihre Probleme mit der Ordnung und damit eine begonnene Sache zu Ende zu führen, das heißt z.B. Materialien wieder zu säubern und zurückzulegen, Schuke paarweise abzustellen und nicht irgendwo im Sand liegen zulassen. Papier o.ä. in den Korb und nicht auf den Boden zu werfen.
Vielleicht gibt es im neuen Haus für die Spielzeuge und Sportspiele einen ganz bestimmten Platz. Vielleicht könnten ganz bestimmte Kinder dafür Verantwortung übernehmen. Das tun sie, so glaub ich, sehr gern. Den Mamas und der Staff würde das viel Arbeit ersparen.
Hoffentlich gelingt es Irene im Gelände um das neue Haus eine Wiese (Afrikagras) anlegen zu lassen. Das sollte noch in dieser Woche vor der Regenzeit passieren. Ich empfinde den schmutzigen Sand z. Zt. als großes Problem. Es wird die Waschmaschine in kürzester Zeit außer Gefecht setzen (Sand steckt in den Taschen) und die Sandflöhe werden an den Körpern von Kindern und Füßen ihr Unwesen treiben. Hier sind vor allem die Mamas sehr gefordert.
Ein geschätzter Pädagoge sagte einmal „Erziehung ist eine ständige Vorbildwirkung, oft auch eine Strenge aber immer eine Liebe an den Kindern“
Etwas, was leicht gesagt, aber auf Dauer unendlich schwer zu machen ist.
Hochachtung gebührt den Heimgründern Petra und Helmut. Ihnen wünsche ich weiterhin viel Kraft, um ihr Lebenswerk zu erhalten und weiterzuführen.

Brigitte Frank, Kilifi den 03.04.2009

   

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